Wer eine Photovoltaikanlage plant, stellt oft zuerst die Frage: Wie hoch ist die Einspeisevergütung? Die kurze Antwort lautet: Für neue Anlagen auf dem Hausdach liegt sie aktuell meist zwischen 5,16 und 7,70 Cent pro Kilowattstunde bei Überschusseinspeisung. Das ist ein verlässlicher, gesetzlich geregelter Ertrag – aber selten der wichtigste Baustein der Wirtschaftlichkeit.

Entscheidend ist, wie viel Solarstrom Sie im eigenen Haus, Betrieb oder Mehrfamilienhaus nutzen können. Denn jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt den deutlich teureren Strombezug aus dem Netz. Die Einspeisevergütung bleibt trotzdem wichtig: Sie gibt Sicherheit für den Strom, den Sie nicht unmittelbar benötigen.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung im August 2026?

Für Photovoltaikanlagen, die ab dem 1. August 2026 in Betrieb gehen, gelten bei einer typischen Dachanlage bis 100 kWp die folgenden Vergütungssätze. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Inbetriebnahme, nicht der Tag, an dem Sie Ihre Anlage bestellen oder der Antrag beim Netzbetreiber eingeht.

| Anlagengröße | Überschusseinspeisung | Volleinspeisung | | — | —: | —: | | bis 10 kWp | 7,70 Cent/kWh | 12,23 Cent/kWh | | über 10 bis 40 kWp | 6,30 Cent/kWh | 10,27 Cent/kWh | | über 40 bis 100 kWp | 5,16 Cent/kWh | 10,27 Cent/kWh |

Bei einer Anlage mit Überschusseinspeisung nutzen Sie den erzeugten Strom zunächst selbst. Nur der Überschuss fließt ins öffentliche Netz und wird vergütet. Dieses Modell ist für die meisten Einfamilienhäuser und viele Gewerbebetriebe sinnvoll.

Bei der Volleinspeisung geht der gesamte Solarstrom ins Netz. Dafür ist die Vergütung höher. Im Gegenzug darf der Strom nicht für Haushalt, Wärmepumpe, Wallbox oder Gewerbe genutzt werden. Eine Volleinspeiseanlage kann sich etwa bei sehr großen, ungenutzten Dachflächen lohnen. Für ein selbst genutztes Wohnhaus ist sie häufig nicht die wirtschaftlichste Lösung.

Die Sätze gelten jeweils gestaffelt nach Leistung. Eine 12-kWp-Anlage erhält bei Überschusseinspeisung also nicht für die gesamte Strommenge denselben Satz: Die ersten 10 kWp werden mit 7,70 Cent je Kilowattstunde vergütet, die darüberliegenden 2 kWp mit 6,30 Cent.

Die Vergütung ist für 20 Jahre gesichert

Die Einspeisevergütung wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, für 20 volle Kalenderjahre zuzüglich des Jahres der Inbetriebnahme gezahlt. Geht Ihre Anlage beispielsweise im September 2026 ans Netz, bleibt der für sie geltende Vergütungssatz bis Ende 2046 bestehen.

Das schafft Planungssicherheit. Allerdings sinken die Vergütungssätze für neue Anlagen regelmäßig. Wer seine Anlage später in Betrieb nimmt, erhält deshalb in der Regel etwas weniger als jemand, dessen Anlage vorher ans Netz gegangen ist. Für eine konkrete Kalkulation zählt immer der Satz zum tatsächlichen Inbetriebnahmedatum.

Wichtig: Die 20-jährige Festvergütung bedeutet nicht, dass jede Kilowattstunde pauschal vergütet wird. Vergütet wird nur die Menge, die tatsächlich ins Netz eingespeist und vom Zweirichtungszähler erfasst wurde.

Was nach 20 Jahren passiert

Nach Ablauf der regulären EEG-Förderung darf eine funktionierende Anlage in vielen Fällen weiter Strom erzeugen und einspeisen. Die Vergütung und die Vermarktungsform richten sich dann nach den jeweils geltenden gesetzlichen Regeln. Gerade bei älteren Anlagen lohnt es sich, rechtzeitig zu prüfen, ob Eigenverbrauch, Speicher oder eine technische Modernisierung sinnvoll sind.

Warum Eigenverbrauch meist mehr wert ist als Einspeisen

Nehmen wir eine Kilowattstunde Solarstrom, die Ihre Anlage mittags erzeugt. Speisen Sie sie ein, erhalten Sie bei einer neuen kleinen Anlage aktuell 7,70 Cent. Verbrauchen Sie diese Kilowattstunde selbst, müssen Sie sie nicht vom Energieversorger kaufen. Bei einem Haushaltsstrompreis von beispielsweise 30 Cent pro Kilowattstunde sparen Sie ungefähr 30 Cent.

Der Unterschied ist deutlich. Deshalb wird eine moderne PV-Anlage heute nicht allein nach möglichst hoher Einspeisemenge geplant, sondern nach einem guten Verhältnis aus Anlagengröße, Verbrauchsprofil und sinnvoller Nutzung des Solarstroms.

Ein Beispiel: Eine 10-kWp-Anlage erzeugt je nach Ausrichtung, Standort und Verschattung grob 9.000 bis 11.000 Kilowattstunden pro Jahr. Verbraucht eine Familie davon ohne Speicher etwa 3.000 Kilowattstunden selbst und speist 7.000 Kilowattstunden ein, ergeben sich bei 30 Cent Strompreis und 7,70 Cent Vergütung rechnerisch rund 1.439 Euro jährlicher Stromwert. Davon entfallen etwa 900 Euro auf eingesparte Stromkosten und rund 539 Euro auf die Einspeisung.

Steigt der Eigenverbrauch durch einen Speicher, eine Wärmepumpe, eine Wallbox oder gezielt verschiebbare Verbraucher, verschiebt sich dieses Verhältnis. Das muss aber sauber gerechnet werden. Ein Speicher erhöht die Eigenverbrauchsquote, kostet jedoch Geld und hat technische Verluste. Er ist keine automatische Pflicht, kann bei passenden Verbrauchszeiten aber sehr sinnvoll sein.

Welche Faktoren den Ertrag Ihrer Anlage wirklich bestimmen

Die Einspeisevergütung ist nur ein Wert in der Gesamtrechnung. Für die Wirtschaftlichkeit einer Anlage in der Pfalz spielen vor allem Dachausrichtung, Verschattung, Stromverbrauch und die geplanten Verbraucher eine Rolle. Ein Ost-West-Dach erzeugt über den Tag verteilt oft besonders gut nutzbaren Strom, auch wenn der Jahresertrag etwas unter einem optimal ausgerichteten Süddach liegen kann.

Ebenso wichtig ist die richtige Anlagengröße. Eine zu klein dimensionierte Anlage verschenkt bei künftig steigenden Verbräuchen Potenzial. Das betrifft besonders Haushalte, die später ein Elektroauto laden, eine Wärmepumpe einbauen oder Klimageräte nutzen möchten. Eine unnötig große Anlage ist aber ebenfalls nicht automatisch die beste Wahl, wenn dauerhaft kaum Eigenverbrauch möglich ist und die Dachfläche keine weiteren Vorteile bietet.

Bei Gewerbebetrieben sieht die Rechnung oft anders aus als im Einfamilienhaus. Wer tagsüber Maschinen, Kühlung, Büroarbeitsplätze oder Ladeinfrastruktur betreibt, kann einen hohen Anteil direkt nutzen. Dort gewinnt die PV-Anlage besonders durch die vermiedenen Strombezugskosten. Bei Mieterstromprojekten kommt hinzu, dass Erzeugung, Verbrauch, Messkonzept und Abrechnung frühzeitig zusammen geplant werden müssen.

Überschusseinspeisung oder Volleinspeisung?

Die höhere Vergütung der Volleinspeisung wirkt auf den ersten Blick attraktiv. Sie ist aber nur dann vorteilhaft, wenn der Solarstrom vor Ort keinen nennenswerten Nutzen hat. Sobald Sie regelmäßig tagsüber Strom benötigen, ist die selbst verbrauchte Kilowattstunde in der Regel wertvoller als die höhere Vergütung einer Volleinspeiseanlage.

Für manche Gebäude kann eine Kombination interessant sein: Eine Anlage deckt den Eigenverbrauch, eine weitere Anlage auf einer separaten Dachfläche speist vollständig ein. Ob das technisch, rechtlich und wirtschaftlich passt, hängt unter anderem vom Zählerkonzept, der Dachbelegung und den Anforderungen des Netzbetreibers ab. Hier lohnt sich eine individuelle Planung statt einer Standardlösung.

Die Wahl kann jährliche Folgen haben

Wer die höhere Vergütung für Volleinspeisung nutzen möchte, muss die Vorgaben genau einhalten. Der erzeugte Strom dieser Anlage darf nicht selbst verbraucht werden. Außerdem ist die erforderliche Meldung an den Netzbetreiber fristgerecht zu organisieren. Eine sorgfältige Planung vermeidet spätere Überraschungen bei Abrechnung und Betrieb.

So wird aus der Vergütung eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung

Eine gute Kalkulation beginnt nicht mit einem pauschalen Ertragsversprechen. Sie startet mit Ihrem Verbrauch: Wie viele Kilowattstunden benötigen Sie im Jahr? Wann entsteht der Verbrauch? Welche größeren Verbraucher sind heute vorhanden, welche kommen in den nächsten Jahren hinzu?

Anschließend wird der mögliche PV-Ertrag anhand von Dachfläche, Himmelsrichtung, Neigung und Verschattung ermittelt. Daraus lässt sich abschätzen, welcher Anteil direkt genutzt, gespeichert oder eingespeist werden kann. Erst dann werden Einspeisevergütung, vermiedene Stromkosten, Investition, mögliche Finanzierung und laufende Kosten zusammengeführt.

Bei Solarkraft Pfalz planen eigene Elektriker und Monteure die Anlage so, dass nicht nur die Modulzahl passt, sondern auch Zählerschrank, Netzanschluss, Speicher, Wallbox und Notstromoption sauber zusammenspielen. Gerade diese Details entscheiden darüber, ob eine Anlage im Alltag zuverlässig funktioniert und ihr wirtschaftliches Potenzial erreicht.

Die Einspeisevergütung ist kein Grund, eine PV-Anlage kleinzurechnen. Sie ist die verlässliche Absicherung für überschüssigen Solarstrom. Wer sein Dach, den eigenen Verbrauch und künftige Pläne ehrlich betrachtet, kann daraus eine Anlage machen, die über viele Jahre Stromkosten senkt und spürbar mehr Unabhängigkeit schafft.